Die kulturelle Bedeutung sichtbarer Innovationen

Die Allgegenwart und Sichtbarkeit der Produkte aus dem Silicon Valley, China und Südkorea

 

Konsequenzen, Herausforderungen und Aufgaben für Innovatoren und das Marketing in Deutschland

 

Ich bin in einem Bewusstsein aufgewachsen, dass alles, was an Technologie aufregend und zukunftsweisend zu sein scheint, in Amerika erdacht und umgesetzt wurde.

Seien es die Pioniere von Microsoft und Apple, die Computer für jedermann verfügbar machten, oder die Errungenschaften der Raumfahrt, speziell die Mondlandung. Auch was in Hollywood erdacht wurde, hat oft der realen technologischen Innovationsarbeit Nahrung gegeben. Was heute mit Smartphones und 3-D Druckern ermöglicht wird, wurde in der Star Treck Serie, die in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann, z.B. mit Tricordern und Replikatoren dargestellt.

 

„Alle aufregenden neuen Technologien haben bis heute eines gemeinsam: Sie sind außerordentlich sichtbar und finden deshalb ein großes Publikum, eine breite Akzeptanz und verbreiteten sich viral schon zu Zeiten, als es kein Internet gab.“

Bis heute erweckt die Sichtbarkeit der technischen Dinge, die wir nutzen und die uns umgeben den Eindruck, als würden alle technologischen Visionen und großen innovativen Errungenschaften unserer Zukunft fast ausschließlich in den USA oder Asien, insbesondere China, erdacht, entwickelt und von dort für die übrige Welt vermarktet werden.

Ganz oben auf der Liste der Ideen- und Innovationsschmieden scheinen sich die Unternehmen und Institute im Silicon Valley bei San Francisco in den USA etabliert zu haben.

San Francisco / Silicon Valley

Dort, in der kommerziellen Wiege der IT- und Internet Branche, forschen alle bedeutenden Unternehmen, und die, die auf dem Weg dorthin sind, an der Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz KI, auch als artifizielle Intelligenz, AI bezeichnet, im Englischen artificial intelligence.

Fünf Giganten der digitalen Industrie Alphabet/Google, Amazon, Facebook, IBM und Microsoft haben dafür bereits 2016, trotz intensiven Wettbewerbs, ein gemeinsames Positionspapier für eine „Partnership on Artificial Intelligence to Benefit People and Society“ aufgesetzt.

 

„Vorrangiges Ziel dieser Partnerschaft sollen gemeinsame ethische Richtlinien für den Umgang mit der KI sein.“

Zunächst fehlten noch Apple, Elon Musks non- Profit Verbund internationaler KI-Forschungsinstitute Open AI und die großen Unternehmen aus China und Russland.

Apple wurde schließlich verspätet Gründungsmitglied und Open AI, zusammen mit weiteren non-Profit Organisationen, wie beispielsweise Xprize, The Association for the Advancement of Artificial Intelligence (AAAI), The Digital Asia Hub, Human Rights Watch und kommerziellen Unternehmen, darunter Ebay, Intel, SAP und SONY wurden neben weiteren Unternehmen auch Partner.

Die großen Player aus China und Russland haben sich dieser Partnerschaft bislang nicht angeschlossen, wenngleich auch hier schon Gespräche gelaufen sind.

 

„Auch unsere eigenen Suchergebnisse in Google werden von unserem eigenen Verhalten im Netz beeinflusst.“

Trotz dieses gemeinsamen Aufrufs zur Selbstkontrolle wäre es allerdings naiv zu glauben, dass die kommerzielle Meinungsbildung von der Agenda der KI-Forschung gestrichen wurde, insbesondere bei den kommerziellen Gründungsmitgliedern und Partnern. Die Urahnen dieser intelligenten Algorithmen der Meinungsbildung begegnen uns schon lange in Form von Werbeanzeigen, die in Abhängigkeit unseres Nutzerverhaltens im Internet gesteuert werden. Auch unsere eigenen Suchergebnisse in Google werden von unserem eigenen Verhalten im Netz beeinflusst. Jeder Nutzer bekommt also schon heute spezifische Suchergebnisse angezeigt, die seinen Vorlieben entsprechen. So wird es sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch mit den Informationen verhalten, die in die zukünftigen Algorithmen der KI einfließen und die Grundlagen für die dort getroffenen individuellen Entscheidungen und Prozessabläufe bilden werden.

 

„Werden die Autos der Marken Google oder Apple sichtbarer als Autos traditioneller Hersteller sein?“

Unsere Wahrnehmung bleibt auf Silicon Valley gerichtet. Zu spannend, zu bedeutend scheinen die Dinge zu sein, die sich dort anbahnen und unser Leben prägen werden.

Sogar betreffend der Deutschen Autoindustrie verschieben sich die Wahrnehmungen und das Silicon Valley erlangt neben München, Sindelfingen und anderen Traditionsstandorten immer mehr Gewicht. Denn nicht nur Apple und Google kaufen dort riesige Grundstücke und bauen gigantische Fabriken, um selbstfahrende Autos zu bauen, in denen ihre KI integriert werden soll. Auch die deutschen Autobauer BMW und Mercedes suchen zumindest schon seit 2016 nach großen Grundstücken, um dort Entwicklungszentren für Prototypen zu errichten, in denen ihre eigene KI-Technologien im Wettbewerb zur neuen amerikanischen Autoindustrie verbaut werden sollen, zu der neben Tesla auch Google, Apple und weitere Anbieter gehören werden.

Hier bleibt abzuwarten, wie sich der Markt in den nächsten Jahren entwickeln wird und wie z.B. Deutsche Hersteller den Wettbewerb gegen die Sichtbarkeit der überall gegenwärtigen Supermarken Google und Apple gestalten werden. Ich wage hier keine Prognosen, vermute aber, dass sich jüngere Neukunden auf dem Automarkt auch zu Marken hingezogen fühlen, denen sie ohnehin schon ihr Vertrauen geschenkt und verschiedene Produkte in Gebrauch haben, erst recht, wenn nützliche Kompatibilitäten und zusätzliche Kombinationsleistungen zu erwarten sind.

 

„Alle springen auf den KI-Zug mit auf und verleihen dem Thema eine allgegenwärtige Sichtbarkeit, von der vor allem das Silicon Valley profitiert.“

Doch bei aller Euphorie für die Pläne aus dem Valley und den damit verbundenen Möglichkeiten ist es wichtig, einen klaren Kopf zu behalten, denn der Marketing-Effekt des Silicon Valley und alles rund um das Thema KI bzw. AI ist so all gegenwärtig, gewaltig und umfassend, dass es kritische Betrachtungen zunehmend schwerer haben, Gehör zu finden und jeder, der heute ernst genommen werden will, auf diesen KI-Zug aus dem Valley mit aufspringt.

Der Österreichische Kybernetiker, Informatiker und Querdenker Oswald Wiener konstatiert hingegen mutig: „Im Silicon Valley werde zu fix von „Lernen“ und „Intelligenz“ gesprochen, diese Leute san kaltblütig.“ Er hat sich intensiv mit Alan Turings Ideen zur künstlichen Intelligenz befasst und kritisiert die mangelnde Kenntnis der gesamten heutigen KI-Forschung über menschliche Denkprozesse. Genau wie der Mathematiker und theoretische Physiker Roger Penrose vertritt auch er die Meinung, dass Computer nie eine menschliche Intelligenz erreichen werden und dies nicht aufgrund mangelnder Leistungsfähigkeit von vernetzten Computern, dies sei nicht der Fall, sondern aufgrund der Methodik und Algorithmen, an die diese Systeme gebunden sind. Er bezeichnet die KI-Algorithmen als „dumm auf sehr hohem Niveau“.

Wenn ich mir die automatische Wort- bzw. Satzvervollständigung auf meinem Smartphone anschaue, verstehe ich, was Oswald Wiener meint, wenngleich ich diese Funktion oft auch hilfreich finde, weil sie mir wahrscheinlich sogar mehr Zeitersparnis einbringt, als meine leider notwendigen manuellen Korrekturen der Funktion an Zeit kosten.

 

„Allein die öffentliche Diskussion um die Zielsetzung, dass Silicon Valley mit KI ein Pendant zu menschlicher Intelligenz erschaffen will, erzeugt eine sehr hohe Sichtbarkeit, unabhängig von der tatsächlichen Machbarkeit oder dem Sinn.“

Darüber, ob die KI bzw. AI tatsächlich menschliches Niveau erreichen oder dauerhaft hochspezialisiert und zweckgebunden zum Einsatz kommen soll, wie es derzeit z.B. bei selbstfahrenden Autos, der Industrie 4.0 oder in den Consumerartikeln der IT Branche der Fall ist, sind sich nicht einmal die Informatiker und Wissenschaftler aus dieser Disziplinen einig.

Für mich steht allerdings fest, dass der Tag, an dem mein Kühlschrank „Bob“ mir seine Befindlichkeit mitteilt, weil er aufgrund fehlender Mobilität und einem neuerdings aufkommenden tiefen Wunsch nach Abenteuerurlaub in der Südsee, derzeit an Depressionen leidet, mir morgens, während ich die Butter aus ihm herausnehme, Anregungen für die Lösung komplexer Berechnungsaufgaben in der Aerodynamik nennt, über die ich mich vor Monaten mit ihm bei einem kühlen Bier unterhalten habe, das er mir nach einem langen Arbeitstag angeboten hatte und bei ihm dann echt empfundene Freude auslöste, als es mir schmeckte, wir auf seine Initiative gemeinsam in Erinnerungen schwelgen, Seminare und Reisen planen, über das Weltall und das Leben philosophieren und soziale Herausforderungen auf Basis persönlicher Erfahrungen diskutieren, ein Tag für mich sein wird, an dem ich überzeugt sein werde, dass wir mit KI in Richtung universeller menschlicher Intelligenz driften. Erst recht, wenn „Bob“ Gefühle für mein Auto „Carol“ entwickelt, zunächst mit Industrieanlagen chattet, um Hilfe zu suchen und schließlich mich um Rat bittet.

Auch wenn man heute sehr bedacht dabei vorgehen sollte, wenn man in der Öffentlichkeit Zweifel an der Umsetzbarkeit eines solchen Szenarios hegt, bleibt doch die Freiheit, den Sinn zu hinterfragen, wohingegen die hochspezialisierten zweckgebundenen Anwendungen zweifelsohne einen echten Fortschritt bedeuten, wenn damit in allen Phasen verantwortungsvoll umgegangen wird.

 

 

„Die sichtbarsten IT-innovationen kommen aus den USA, China und Südkorea, das weltweit jährlich die meisten Patente anmeldet, bezogen auf die Einwohnerzahl – in Europa liegt, bezogen auf die Einwohnerzahl, die Schweiz vorn.“

Werfen wir einen Blick nach China, dem Land, das bereits 2015 als erstes weltweit über eine Million Patent- und Schutzrechte angemeldet hat, mehr als ein Drittel aller weltweit eingereichten Patente, wie dem „Bericht der Weltorganisation für geistiges Eigentum (Wipo)“ (PDF) zu entnehmen ist. Im Vergleich dazu liegen die USA mit knapp über einer halben Million Patente auf Platz zwei, Japan auf  Platz  drei vor Südkorea, und Deutschland vor Frankreich und Großbritanien auf Platz fünf.

Nach einer Analyse der Handelskammer Hamburg (PDF) zu den Potenzialen und Herausforderungen des 3D-Drucks zeigt sich das gleiche Verhältnis auch bei den Patentanmeldungen für die additiven Fertigungsverfahren, also den 3D Druckern. Bei dieser neuen Schlüsseltechnologie, die ähnlich disruptive Konsequenzen bewirken kann, wie die KI bzw. AI, liegt China mit großem Abstand vorn bei der Entwicklung neuer Innovationen.

Durch immer bessere und preiswertere Technologien setzen sich additive Verfahren auch zunehmend in der Serienproduktion durch, weil sich dadurch völlig neue Möglichkeiten bei der Herstellung herkömmlicher Produkte ergeben, aber auch Dinge produziert werden können, die bislang mit keinem der üblichen Verfahren herstellbar waren, wie z.B. Turbinenschaufeln für Strahltriebwerke, mit intern exakt verlaufenden haarfeinen Kühlkanälen oder komplexe Titanimplantate für die Medizintechnik.

 

„Interessant ist in diesem Zusammenhang der spezifische Vergleich bei den Patentanmeldungen, bezogen auf die jeweilige Einwohnerzahl der Länder.“

Bei der Betrachtung der Entwicklungen in den USA, insbesondere des Silicon Valley, und nicht zu vergessen, den finanziell gut aufgestellten Elite Universitäten, darunter dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston, eine der weltweit führenden Technischen Hochschulen und daneben der Führungsposition Chinas bei den Patentanmeldungen und seinem Vorsprung bei den additiven Fertigungsverfahren, bleibt die Frage, wo wir in Europa und insbesondere in Deutschland stehen und wie wir unsere Position im weltweiten Vergleich wahrnehmen.

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang der spezifische Vergleich bei den Patentanmeldungen, bezogen auf die jeweilige Einwohnerzahl der Länder. Demnach würde Südkorea die Weltrangliste anführen, gefolgt von Japan, den USA und China. Auch hier bliebe Deutschland als Spitzenreiter bei der Anzahl angemeldeter Patente in Europa auf dem fünften Platz. Während in Südkorea auf jeden 237. Einwohner ein Patent kommt, ist es in Deutschland knapp jeder 1700. In Japan jeder 298., in den USA jeder 545. und selbst im bevölkerungsstarken China immerhin jeder 1244. Einwohner. Den Spitzenplatz dieser spezifischen Liste nimmt in Europa übrigens die Schweiz mit 1145 Einwohnern pro Patent ein, womit sie spezifisch in etwa auf Augenhöhe mit China liegt.

„Welche kulturell bedeutsamen sichtbaren und gesellschaftlich umwälzenden Innovationen Made in Germany sich abzeichnen, was meine Gespräche diesbezüglich auf der diesjährigen Industriemesse in Hannover ergeben haben, was den Erfolg der USA und Ostasien ausmacht und welche Konsequenzen, Aufgaben und Herausforderungen sich daraus für die Innovatoren aber auch das Marketing in Deutschland ableiten, lesen Sie im zweiten Teil von Die kulturelle Bedeutung sichtbarer Innovationen.“

 

Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit sichtbaren Technologien, die Sie umgeben?

Was nehmen Sie an technischen Hilfsmitteln und Gadgets in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld wahr?

Ich freue mich auf Ihre Antworten!

 

Herzlichst, Ihr

 

Frank Marco Günzel  

 


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